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Brüstungshöhe (BRH)

Was bedeutet Brüstungshöhe?

Die Brüstungshöhe – auch Parapethöhe genannt – bezeichnet den senkrechten Abstand zwischen der Oberkante des fertigen Fußbodens (OKFF) und der Unterkante der Fensteröffnung. Sie gibt also an, wie hoch ein Fenster über dem Boden beginnt. Dieses Maß ist entscheidend für die Sicherheit, die Nutzung und die Gestaltung von Räumen.

 

Die Themen im Überblick

  1. Warum ist die Brüstungshöhe wichtig?
  2. Gesetzliche Vorschriften zur Brüstungshöhe
  3. Wie misst man die Brüstungshöhe korrekt?
  4. Tipps für Hausbesitzer
  5. Häufig gestellte Fragen zur Brüstungshöhe

Warum ist die Brüstungshöhe wichtig?

Die Brüstungshöhe erfüllt mehrere zentrale Funktionen:

  • Sicherheitsaspekt: Sie dient als Absturzsicherung, insbesondere bei Fenstern in oberen Stockwerken.
  • Tageslichtnutzung: Eine angemessene Brüstungshöhe ermöglicht eine optimale Belichtung des Raumes.
  • Möblierung: Sie beeinflusst die Platzierung von Möbeln wie Sofas oder Heizkörpern unter dem Fenster.
  • Gestaltung: Die Brüstungshöhe trägt zur ästhetischen Gliederung der Fassade bei.

Gesetzliche Vorschriften zur Brüstungshöhe

Mehrfamilienhaus Altbau mit modernen weißen Kunststofffenstern und schwarzem Balkongeländer

In Deutschland regeln die Landesbauordnungen (LBO) die Mindestanforderungen an die Brüstungshöhe, die sich nach der Absturzhöhe richten:

  • Absturzhöhe bis 12 Meter: Mindest-Brüstungshöhe von 80 cm
  • Absturzhöhe über 12 Meter: Mindest-Brüstungshöhe von 90 cm

Beispiele für Bundesland-spezifische Regelungen:

  • Brandenburg:
    • Bis 12 m: mind. 90 cm
    • Über 12 m: mind. 110 cm
  • Hamburg:
    • Ab 12 m zusätzlich eine Brüstungstiefe von 15 cm vorgeschrieben

 

Für Dachflächenfenster gelten besondere Regelungen, da hier die Dachschräge berücksichtigt werden muss. In der Regel beträgt die vorgeschriebene Brüstungshöhe mindestens 90 cm.

Wie misst man die Brüstungshöhe korrekt?

Die Brüstungshöhe wird gemessen als der senkrechte Abstand zwischen der Oberkante des fertigen Fußbodens (OKFF) und der Unterkante der Fensteröffnung.

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Messung:

  1. Fertigfußboden bestimmen:
    Die Messung erfolgt vom endgültigen Fußbodenniveau – also inklusive Estrich und Bodenbelag (z. B. Fliesen, Parkett).
  2. Fensteröffnung identifizieren:
    Gemessen wird bis zur Unterkante der Fensterlaibung bzw. der Unterseite des Fensterrahmens.
  3. Messwerkzeug verwenden:
    Ideal ist ein Laser-Entfernungsmesser oder ein klassisches Maßband.
  4. Messpunkt exakt anlegen:
    Vom Fußboden gerade nach oben bis zur Fensterunterkante – wichtig ist eine senkrechte Messung ohne Schrägstellung.

Typische Beispiele:

Raumsituation Übliche Brüstungshöhe
Fenster über Heizkörper 90–100 cm
Fenster im Bad (über WC) 110–120 cm
Fenster mit Sitzbank 60–70 cm
Bodentiefes Fenster 0 cm + Absturzsicherung

Häufige Fehlerquellen:

  • Rohbaumaß statt Fertigmaß – fehlender Estrich/Bodenbelag muss einberechnet werden!
  • Fensterbank statt Rahmenunterkante – kann zu falscher Höhe führen.
  • Podeste ignorieren – z. B. bei Heizkörperbänken ist deren Oberfläche die Bezugsfläche.

Sonderfälle:

  • Dachschrägenfenster: Brüstungshöhe entlang der Wand oder in Bezug zur Schräge.
  • Bodentiefe Fenster: Keine klassische Brüstung – Absturzsicherung durch Geländer oder Sicherheitsverglasung erforderlich.

Profi-Tipp:

Wer neu baut oder saniert, sollte die Brüstungshöhe frühzeitig mit der Innenraumplanung abstimmen, insbesondere bei der Positionierung von Möbeln oder Heizkörpern unter dem Fenster.

Tipps für Hausbesitzer

  • Planung: Berücksichtigen Sie die Brüstungshöhe frühzeitig bei der Raumgestaltung.
  • Sicherheit: Achten Sie auf die Einhaltung der gesetzlichen Mindesthöhen.
  • Gestaltung: Eine durchdachte Brüstungshöhe kann die Ästhetik und Funktionalität Ihres Hauses verbessern.

 

Unsere Lösung

Bei Weru bieten wir Ihnen maßgeschneiderte Fensterlösungen, die sowohl den gesetzlichen Anforderungen entsprechen als auch Ihren individuellen Gestaltungswünschen gerecht werden. Unsere Experten beraten Sie gerne zur optimalen Brüstungshöhe für Ihr Bauvorhaben – egal ob Neubau, Umbau oder Sanierung.

Hinweis: Die genannten Maße und Vorschriften können je nach Bundesland variieren. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Bauamt über die spezifischen Anforderungen.

Häufig gestellte Fragen zur Brüstungshöhe (FAQ)

Was ist eine Brüstungshöhe?

Die Brüstungshöhe ist der Abstand vom fertigen Fußboden bis zur Unterkante eines Fensters. Sie bestimmt, wie hoch ein Fenster beginnt, und ist wichtig für Sicherheit, Licht und Möblierung.

Wie hoch muss die Brüstung sein?

In Deutschland gelten je nach Absturzhöhe Mindestmaße:
– Bis 12 m: mind. 80 cm
– Über 12 m: mind. 90 cm
Einige Bundesländer schreiben höhere Werte vor.

Wie misst man die Brüstungshöhe korrekt?

Vom Oberkante des fertigen Fußbodens bis zur Unterkante des Fensterrahmens – senkrecht mit Maßband oder Lasermessgerät.

Wie hoch sollte ein Fenster über dem Boden sein?

Typisch sind 90–100 cm, z. B. über Heizkörpern. Für bodentiefe Fenster liegt die Brüstungshöhe bei 0 cm, erfordert aber eine Absturzsicherung.

Gibt es eine DIN-Norm für Brüstungshöhen?

Nicht direkt, aber die Landesbauordnungen (LBO) sowie DIN EN 12600 (Sicherheitsglas) greifen bei Absturzhöhen, bodentiefen Fenstern oder besonderen Einbausituationen.